Was ist Master Data Management?

Master Data Management Definition

Master Data Management (MDM) ist die Praxis, eine einzige, vertrauenswürdige Version der Stammdaten eines Unternehmens zu erstellen und zu pflegen — wie Kunden, Produkte, Lieferanten und Standorte — und diese Version konsistent über alle Systeme und Teams hinweg verfügbar zu machen. Das Ziel besteht darin sicherzustellen, dass verschiedene Geschäftsbereiche beim Abrufen desselben Kunden oder Produkts immer die gleichen Informationen sehen.

Warum existiert MDM?

Die meisten Organisationen sammeln im Laufe der Zeit verschiedene Systeme an: ein ERP für das Finanzwesen, ein CRM für den Vertrieb, eine E-Commerce-Plattform, ein Lagerverwaltungssystem. Jedes System startet mit seiner eigenen Kopie gemeinsamer Daten und entwickelt sich in seine eigene Richtung weiter. Ein Kunde aktualisiert seine Adresse in einem System, aber nicht in einem anderen. Ein Produkt hat im Katalog und im Lager leicht unterschiedliche Namen. Ein Lieferant erscheint dreimal im Beschaffungssystem, weil er von drei verschiedenen Personen separat eingegeben wurde.

Ab einer bestimmten Größe wird dies teuer. Das Finanzwesen stimmt Rechnungen mit Datensätzen ab, die nicht übereinstimmen. Das Marketing sendet Mitteilungen an die falsche Adresse. Die behördliche Berichterstattung erfordert Daten, bei denen niemand sicher ist, dass sie korrekt sind. MDM ist die Antwort auf dieses Problem.

Was leistet ein MDM-System?

Es importiert Datensätze aus mehreren Quellsystemen, identifiziert, welche Datensätze sich auf dieselbe reale Entität beziehen, und erstellt einen konsolidierten Stammdatensatz — oft als Golden Record bezeichnet — der die beste verfügbare Fassung der Wahrheit darstellt. Dieser Datensatz wird dann an die Systeme zurückverteilt, die ihn benötigen.

Ein Kunden-MDM-Prozess könnte beispielsweise erkennen, dass „J. Smith, 14 Oak St" im CRM und „John Smith, 14 Oak Street" im Abrechnungssystem dieselbe Person sind, die relevanten Attribute zusammenführen und beide Systeme mit dem konsolidierten Datensatz aktualisieren.

Wie integriert sich MDM in die übrige Datenlandschaft?

MDM funktioniert nicht isoliert. Data Pipelines transportieren Quelldaten ein und verteilen Stammdatensätze aus. Data Stewards verwalten die Datensätze, die Automatisierung nicht allein lösen kann, und treffen sachkundige Entscheidungen darüber, welche Version eines konfligierenden Feldes korrekt ist. Data Quality-Standards definieren, wie ein vollständiger und gültiger Stammdatensatz aussieht, und Data Lineage ermöglicht es, nachzuverfolgen, woher die Attribute eines Golden Records stammen, falls sich herausstellt, dass etwas falsch ist.

Wer nutzt MDM und wann wird es notwendig?

MDM wird typischerweise zur Priorität, wenn eine Organisation eine Größe oder Komplexität erreicht, bei der inkonsistente Daten sichtbar Zeit und Geld kosten: Finanzteams, die Datensätze manuell abstimmen, Kundenservice, der mit veralteten Informationen arbeitet, oder Compliance-Teams, die kein klares Bild der Lieferantenbeziehungen erstellen können. MDM wird am häufigsten in Einzelhandel, Fertigung, Finanzdienstleistungen und Gesundheitswesen eingeführt, wo das Volumen gemeinsamer Referenzdaten und die Kosten für Fehler besonders hoch sind.